🦠 KI entwirft erstmals funktionsfähige Viren
PLUS: 4 weitere Stories, Tipps & Tricks sowie KI-Ranking

Eine Woche ist vergangen, und KI WEEKLY hält Dich auf dem neuesten Stand der KI-Welt.
IN DIESER AUSGABE
KI-TOOLS DER WOCHE
🎙️ HeyGen Video-Podcast — Verwandle Notizen in eine Studio-Videosendung
🤖 Gemini Spark — Googles jederzeit verfügbarer KI-Agent
⚙️ Cursor — KI-Programmierassistenten in der Cloud, jetzt mit Zugriff auf Google Workspace
📹 FLUX 3 Video — Die KI vom deutschen Start-up Black Forest Labs zur Erstellung von Videos
🗣️ Speech v3 — Blands neues KI-Modell für Text-zu-Sprache-Generierung
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KI-Kompetenz wiegt schwerer als ein Uni-Abschluss

Bildquelle: PwC
PwC hat mehr als 1.000 Führungskräfte aus der US-Finanzbranche befragt. 86 Prozent halten praktische KI-Kompetenz bei vielen Neueinstellungen für wertvoller als einen klassischen Management-Abschluss. 91 Prozent zahlen Beschäftigten mit KI-Fähigkeiten bereits mehr oder wollen dies künftig tun.
58 Prozent wollen die Vergütung künftig stärker an Produktivitätsgewinne durch KI koppeln. Dafür setzen die Unternehmen auf gezielte Neueinstellungen, interne Weiterbildung und externe Anbieter.
Acht von zehn Führungskräften erwarten, dass ihre Belegschaft durch KI in den kommenden fünf Jahren um mindestens 20 Prozent schrumpft. Besonders betroffen dürften Einstiegsjobs und Positionen im mittleren Erfahrungsbereich sein.
Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Nutzen vieler KI-Projekte unklar. 77 Prozent sagen, dass der Großteil ihrer Investitionen bislang keinen messbaren Ertrag bringt, obwohl sie intern bereits Produktivitätsgewinne sehen.
Zahlreiche Spitzenuniversitäten, darunter MIT und Harvard, haben laut Bloomberg bereits Executive-Programme zu KI im Angebot, weil die Nachfrage nach entsprechendem Personal steigt.
Warum das wichtig ist: Die Zahlen stammen aus den USA, doch wer im DACH-Raum Stellenanzeigen von Banken oder Versicherern liest, erkennt dasselbe Muster in langsamerer Ausführung. Bemerkenswert ist die Gleichzeitigkeit: Unternehmen zahlen Aufschläge für Fähigkeiten, deren Ertrag sie selbst noch nicht beziffern können.
OpenAIs „Astra" löst jahrzehntealte Mathematik-Probleme

Bildquelle: OpenAI
OpenAI hat bekanntgegeben, dass Astra, eine interne Version der nächsten großen Modellfamilie, zehn seit Langem offene Probleme aus Mathematik und Informatik gelöst hat, darunter eines, das fast 30 Jahre alt ist. Die Bandbreite reicht von Geometrie über Gruppentheorie bis zu Quantenmathematik.
Astra hat die Existenz nicht-sofischer Gruppen bewiesen: Gruppen beschreiben Symmetrien, und bis 1999 hatte niemand eine gefunden, die sich nicht beliebig genau durch endliches Vertauschen von Objekten annähern lässt. Astra hat die erste konstruiert.
Das Modell löste außerdem mehrere weitere bekannte Vermutungen und drei Probleme aus der Sammlung des Mathematikers Paul Erdős. Bei einigen davon hatte es seit mehr als zehn Jahren keinen entscheidenden Fortschritt gegeben.
Jeder Beweis wurde in Lean verifiziert, einer Software, die jeden logischen Schritt maschinell prüft, sodass die Korrektheit keine Ermessensfrage von Gutachtern ist. Die Kosten aller erfolgreichen Durchläufe lagen bei rund 2.000 US-Dollar an Tokens.
Nur einen Tag später erklärte Anthropic-Mathematiker Levent Alpöge, fünf der zehn Ergebnisse mit Fable reproduziert zu haben. Dafür nutzte er nach eigenen Angaben einen allgemeinen Prompt und keinen Internetzugang.
Warum das wichtig ist: Vor allem bemerkenswert neben der Lösungsfindung ist der Preis: 2.000 Dollar für Ergebnisse, an denen Fachleute jahrzehntelang gescheitert sind. Dass Anthropic binnen eines Tages die Hälfte der Beweise mit einem anderen Modell nachvollziehen konnte, zeigt, dass hier kein Einzelfall vorliegt, sondern eine Fähigkeit, die mehrere Labore inzwischen besitzen. Doch wem wird ein Forschungsergebnis eigentlich zugerechnet, wenn der entscheidende Gedankengang von einem KI-Modell kommt?
KI entwirft erstmals funktionsfähige Viren

Bildquelle: Stanford University
Forschende der Stanford University und des Arc Institute haben mit KI 16 Viren entworfen, die in der Natur nicht vorkommen. Es ist der erste Fall, in dem ein Sprachmodell vollständige, funktionierende Genome erzeugt hat. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Science erschienen.
Das Team nutzte Evo 1 und Evo 2, zwei quelloffene Sprachmodelle des Arc Institute, die statt auf Text auf DNA trainiert sind und Basenfolge für Basenfolge vorhersagen. Nach dem Training an Millionen von Genomen ließen die Forschenden sie neue Varianten von Phi X174 schreiben, eines seit Jahrzehnten gut untersuchten Virus, das ausschließlich das Darmbakterium E. coli befällt.
Von 285 künstlich erzeugten und getesteten Viren waren 16 tatsächlich lebensfähig. Einige vermehrten sich schneller als das natürliche Vorbild, mehrere unterschieden sich genetisch so stark, dass sie als neue Arten gelten.
Eine Mischung der KI-entworfenen Viren konnte sogar E.-coli-Bakterien abtöten, die gegen den natürlichen Virus resistent geworden waren. Das liefert einen ersten Hinweis darauf, wie künftig gegen antibiotikaresistente bakterielle Infektionen vorgegangen werden könnte.
Aus Sicherheitsgründen wurde das Modell nie mit Viren trainiert, die Menschen, Tiere oder Pflanzen befallen, es kann also keine für den Menschen gefährlichen Erreger erzeugen.
Warum das wichtig ist: Dieselbe Methode, die Viren gegen resistente Keime hervorbringt, könnte mit anderen Trainingsdaten einen gefährlichen Erreger entwerfen, und die Auswahl der Trainingsdaten ist hier die einzige eingezogene Schranke. Evo 2 liegt mit offenen Gewichten vor, ist also für jeden mit genug Rechenleistung nachtrainierbar. Was bleibt, sind die Auftragssynthese-Firmen, die DNA-Bestellungen abgleichen. Eine schmale Verteidigungslinie für ein Feld in diesem Tempo.
Weitere chinesische KI rückt an die Spitzenmodelle heran

Bildquelle: Alibaba
Alibaba hat Qwen3.8-Max veröffentlicht, ein Mixture-of-Experts-Modell mit 2,4 Billionen Parametern. Laut Alibaba kann das Modell eigenständig an mehrtägigen Projekten arbeiten und erreicht in mehreren Benchmarks das Niveau der führenden Modelle. Die Modellgewichte sollen kommende Woche veröffentlicht werden.
Qwen3.8-Max verbessert sich vor allem bei Programmierung, Recherche und langfristigen Aufgaben. Auf Arenas WebDev-Benchmark liegt es vor Anthropics Fable 5. Im KI Weekly Ranking landet das Modell auf Platz 6.
In einem Test arbeitete das Modell 16 Tage lang selbstständig an einem Kommandozeilen-Tool. Es übersetzte Feedback in neue Aufgaben, schrieb Code, testete das Ergebnis und behob Fehler.
In einem weiteren Versuch reproduzierte Qwen zunächst das Experiment eines Forschungspapiers und entwickelte anschließend 18 eigene Verbesserungsideen, die es selbst testete. Dadurch stieg seine Leistung beim Mathematik-Benchmark AIME24 um 2,7 Punkte.
Über die API kostet Qwen3.8-Max zwei Dollar pro Million Input-Tokens und sechs Dollar pro Million Output-Tokens. Das entspricht etwa einem Fünftel des Preises von Fable 5. Kommende Woche sollen erstmals auch die Gewichte eines Qwen-Max-Modells frei verfügbar sein.
Warum das wichtig ist: Nach Kimi K3 zeigt nun auch Qwen, dass chinesische offene Modelle bei Leistung und Preis immer näher an die geschlossene Spitze rücken. Je kleiner der Qualitätsabstand wird, desto schwieriger lässt sich der hohe Aufpreis westlicher Modelle rechtfertigen. Gleichzeitig wird die Debatte darüber, wie offen leistungsfähige Modelle überhaupt noch sein sollten, wohl zunehmen.
Apple will OpenAIs Hardwarepläne vor Gericht stoppen
Bildquelle: Philipp Düsel
Apple hat bei einem US-Gericht eine einstweilige Verfügung gegen OpenAI und zwei ehemalige Mitarbeiter beantragt. Der Vorwurf: Die beiden sollen Geschäftsgeheimnisse von Apple mitgenommen und für OpenAIs Hardwareentwicklung genutzt haben. OpenAI bezeichnet die Klage als „nachlässig, aggressiv und auffallend persönlich“.
Apple hatte OpenAI sowie die früheren Mitarbeiter Chang Liu und Tang Yew Tan bereits im vergangenen Monat verklagt. Sie sollen vertrauliche Informationen mitgenommen haben, um OpenAIs geplante Geräteentwicklung zu unterstützen.
Mit der einstweiligen Verfügung will Apple die betreffende Hardwarearbeit vorerst stoppen. Außerdem fordert das Unternehmen Befragungen der beiden Ex-Mitarbeiter, von OpenAI und dessen Gerätesparte io Products sowie Kopien ihrer Geräte.
Apple nennt inzwischen elf weitere ehemalige Mitarbeiter, die an der mutmaßlichen Weitergabe beteiligt gewesen sein oder davon gewusst haben könnten. Einer von ihnen soll vor einem Vorstellungsgespräch bei OpenAI Screenshots interner Dateien angefertigt haben.
OpenAI bestreitet, Apples Geschäftsgeheimnisse zu besitzen oder überhaupt haben zu wollen. Das Unternehmen argumentiert zudem, Apple-Mitarbeiter hätten einen ausgeschiedenen Ingenieur selbst noch um Dateien gebeten und ihm anschließend Versäumnisse im eigenen Offboarding angelastet.
Warum das wichtig ist: Hinter dem Rechtsstreit steckt der Kampf um das nächste große Endgerät. Sollte Apple die einstweilige Verfügung durchsetzen, könnte OpenAIs Hardwareprojekt empfindlich gebremst werden, noch bevor überhaupt klar ist, wie das Produkt aussehen soll. Der Gerichtstermin am 1. Oktober dürfte deshalb weit über die eigentliche Frage nach gestohlenen Dateien hinaus Bedeutung haben.
RANKING
Hier geht es zum KI Weekly Ranking — entdecke, welches KI-Modell das Beste ist.
IN ALLER KÜRZE
Die EU führt verpflichtende Kennzeichnungen für KI-Chatbots, Deepfakes und andere KI-Inhalte ein.
Anthropic entwickelt eigene KI-Chips, um Claude langfristig schneller und effizienter zu machen.
DeepSeek warnt Entwickler vor einer deutlichen Erhöhung der API-Preise und rät ihnen, ihre Nutzung entsprechend zu planen.
Black Forest Labs stellt FLUX 3 Video vor, das aus Text oder Bildern 20-sekündige HD-Videos mit nativem Audio erzeugt.
Google beendet die mobile App von AI Studio und setzt bei der chatbasierten App-Erstellung auf Gemini.
TIPPS & TRICKS
Verträge mit Claude und Microsoft Word überarbeiten
Prüfe Verträge schneller und ohne Änderungen manuell suchen zu müssen. Claude für Microsoft Word markiert problematische Stellen und lässt Dich Vorschläge direkt mit der Änderungsverfolgung kontrollieren.
Schritt für Schritt
Installiere Claude für Microsoft 365 über den Microsoft Marketplace und melde Dich an.
Öffne den zu prüfenden Vertrag in Microsoft Word.
Bitte Claude um eine erste Prüfung mit aktivierter Änderungsverfolgung.
Prüfe jeden Vorschlag und nimm ihn an oder lehne ihn ab.
Gib in Claude „/“ ein und wähle Doc Check, sobald der Vertrag versand- oder unterschriftsfertig ist.
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KI-EVENTS
26.08.2026 Design the AI Age | Berlin
14.09 - 15.09.2026 Brains on Silicon | Dresden
16.09 - 17.09.2026 Big Bang KI Festival 2026 | Berlin
17.09.2026 KI Day | Köln
22.09 - 23.09.2026 AI, Data and Quantum Summit | Berlin
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