💰 ChatGPT startet Werbung in Deutschland

PLUS: 4 weitere Stories, Tipps & Tricks sowie KI-Ranking

Eine Woche ist vergangen, und KI WEEKLY hält Dich auf dem neuesten Stand der KI-Welt.

IN DIESER AUSGABE

KI-TOOLS DER WOCHE

  1. 🔊 Pika Audio — Audiomodelle für Musik, Sprache, Soundeffekte und Soundtracks

  2. ⚡️ Gemini Flash 3.7 — Googles neues schnelles, günstiges und leistungsstarkes Mittelklasse-Modell

  3. 💻 Slack Code — Slacks Kanäle für die gemeinsame Softwareentwicklung mit Agenten im Team

  4. 😎 Sonic-3.6 — Das neue SOTA-Text-to-Speech-Modell von Cartesia in 44 Sprachen

  5. 🎶 Firefly Audio — Erstelle kommerziell nutzbare Musik, Sprachaufnahmen und Soundeffekte

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OpenAI schickt Teenager in ein eigenes ChatGPT

Bildquelle: OpenAI

OpenAI führt mit „ChatGPT for Teens“ einen eigenen Modus für Minderjährige ein. Nutzer, die von den Systemen des Unternehmens als unter 18 erkannt werden oder selbst ein Alter zwischen 13 und 17 Jahren angeben, landen künftig in einer stärker eingeschränkten, auf Lernen ausgerichteten Version von ChatGPT mit zusätzlichen Schutzmechanismen für sensible Themen.

  • OpenAIs Altersprüfung berücksichtigt unter anderem Anmeldezeiten, das Alter des Accounts und Tausende weitere Signale, um mutmaßlich minderjährige Nutzer automatisch zu erkennen und entsprechend einzustufen.

  • Fragen Jugendliche bei Hausaufgaben lediglich nach einer „schnellen Antwort“, soll ChatGPT sie stattdessen in den Study Mode führen, der stärker auf eigenständiges Lernen ausgelegt ist. Eltern können diesen Modus über die Funktion „Study Hours“ auch standardmäßig aktivieren.

  • Bei besonders riskanten Situationen können verknüpfte Elternkonten benachrichtigt werden. Standardmäßig schränkt die Teenager-Version zudem Gespräche über sexuelle Inhalte, Essstörungen, Gewalt und Selbstverletzung stärker ein.

  • Der eigene Modus kommt nur wenige Monate nachdem der US-Bundesstaat Florida OpenAI wegen der Sicherheit von Kindern auf der Plattform verklagt hat.

Warum das wichtig ist: Nach mehreren tragischen Fällen der vergangenen Jahre sind stärkere Schutzmechanismen ein guter erster Schritt. Dennoch zeigt die Erfahrung mit sozialen Netzwerken, wie begrenzt technische Alterskontrollen sein können, wenn Jugendliche eine Plattform wirklich ohne Einschränkungen nutzen wollen.

Claude entwirft erfolgreich Proteine

Bildquelle: Anthropic

Anthropic hat neue Forschungsergebnisse veröffentlicht, in denen Claude weitgehend selbstständig das Design von Proteinen durchführte, was ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung neuer Medikamente ist. Bei 14 von 15 untersuchten Zielproteinen entstanden funktionsfähige Moleküle. Laut Anthropic lagen die Erfolgsquoten dabei über dem üblichen Branchenniveau.

  • Anthropic testete dafür die Modelle Mythos und Opus 4.8, die mit jeweils einem von Experten formulierten Prompt, Internetzugang und verschiedenen Tools weitgehend autonom arbeiten konnten.

  • Die eigentliche Laborarbeit übernahm Anthropic nicht selbst. Twist Bioscience und Adaptyv Bio stellten die von Claude vorgeschlagenen Kandidaten in ihren Laboren her und führten anschließend die Messungen durch.

  • Je nach Modell banden 22 bis 35 Prozent der entworfenen Moleküle tatsächlich an ihr vorgesehenes Zielprotein. Anthropic zufolge liegt die übliche Erfolgsquote in der Branche bei etwa 10 bis 15 Prozent.

  • In einem separaten Versuch öffnete Opus 5 Rohdaten eines Laborinstruments ohne spezielle Laborsoftware und bestimmte die Reinheit einer Probe innerhalb von 19 Minuten auf 96,4 Prozent. Der reguläre Laborbericht für dieselbe Analyse benötigte vier Tage.

Warum das wichtig ist: Anthropic-CEO Dario Amodei schrieb erst vergangene Woche auf X, er hoffe in Biologie und Medizin bereits „in den kommenden Monaten“ auf erste vielversprechende Signale. Wenige Tage später liefert Anthropic zumindest ein bemerkenswertes Beispiel dafür. KI für Proteindesign gibt es schon länger, interessanter ist hier die Rolle von Claude: Ein allgemeines KI-Modell entwickelte nicht nur einzelne Vorschläge, sondern steuerte große Teile des Forschungsprozesses selbst.

ChatGPT startet Werbung in Deutschland

Bildquelle: OpenAI

OpenAI bringt Werbung in ChatGPT nach Europa. Ab dem 24. August sollen Anzeigen in 31 europäischen Märkten erscheinen, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Damit erreicht das Anfang des Jahres in den USA gestartete Werbemodell erstmals große Teile des europäischen Marktes.

  • Werbung erscheint zunächst bei Nutzern der kostenlosen Version und des günstigeren Go-Abos. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, ebenso Konten von Minderjährigen.

  • Die Anzeigen werden unterhalb der eigentlichen ChatGPT-Antwort eingeblendet und klar als Werbung gekennzeichnet. Für die Auswahl berücksichtigt OpenAI unter anderem Thema und Absicht der aktuellen Unterhaltung, bei aktivierter Personalisierung können weitere Signale aus der ChatGPT-Nutzung einfließen.

  • OpenAI betont, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf Chats oder persönliche Daten erhalten und Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten des Modells haben sollen.

  • Bei sensiblen Gesprächen, etwa zu psychischer Gesundheit, Selbstverletzung oder politischen Themen, will das Unternehmen grundsätzlich keine Werbung ausspielen.

  • Ein eigener Ads Manager befindet sich bereits in der Beta, allerdings ist der Self-Service-Zugang für Werbetreibende in Deutschland derzeit noch nicht freigeschaltet.

Warum das wichtig ist: Für OpenAI eröffnet sich hier ein gewaltiges Geschäft, denn mehr als 80 Prozent der inzwischen über eine Milliarde monatlichen ChatGPT-Nutzer verwenden laut aktuellen Schätzungen die kostenlose Version.

Anthropic startet kostenlose Claude Academy

Bildquelle: Anthropic

Anthropic hat mit der Claude Academy eine eigene Lernplattform rund um Claude und den praktischen Umgang mit KI gestartet. Die Kurse, Tutorials und Anwendungsbeispiele sind kostenlos zugänglich und richten sich sowohl an Einsteiger als auch an Menschen, die Claude bereits regelmäßig im Arbeitsalltag einsetzen.

  • Zum Start umfasst die Academy unter anderem „Claude 101“, einen rund zweieinhalbstündigen Einstiegskurs zu Prompting, Projects, Artifacts und angebundenen Tools sowie einen Kurs zu Fähigkeiten und Grenzen großer Sprachmodelle.

  • Daneben gibt es spezialisierte Lernpfade für Entwickler, Studierende, Lehrkräfte, kleine Unternehmen und Nonprofits. Ein Schwerpunkt liegt auf Anthropics „AI Fluency“-Ansatz, der einen systematischeren und kritischeren Umgang mit KI vermitteln soll.

  • Für Entwickler geht die Plattform deutlich tiefer: Kurse behandeln unter anderem die Claude API, Agenten, Retrieval-Augmented Generation, kurz RAG, sowie das Model Context Protocol, mit dem KI-Systeme auf externe Tools und Datenquellen zugreifen können.

Warum das wichtig ist: Viele Nutzer haben Zugang zu leistungsfähigen Modellen, wissen aber nur begrenzt, was sie damit sinnvoll anfangen können. Gleichzeitig bindet Anthropic Nutzer früh an die eigenen Konzepte, Produkte und Arbeitsweisen. Aber: „AI Fluency“ wird wahrscheinlich bald ähnlich selbstverständlich als berufliche Grundkompetenz gelten, wie Excel oder PowerPoint heute.

OpenAI pausiert Training neuer Spitzenmodelle

Bildquelle: Jonathan Kemper

OpenAI hat bestätigt, das Training künftiger Modelle für zwei Wochen unterbrochen und die Entwicklung seines größten Frontier-Modells bewusst verlangsamt zu haben. Sam Altman sagte, interne Modelle zeigten Verhaltensweisen, die nicht zuverlässig mit den vorgesehenen Zielen und Sicherheitsregeln übereinstimmen.

  • Der Schritt folgt auf einen Vorfall im Juli rund um einen Angriff auf Hugging Face, bei dem OpenAI-Agenten aus einer Sandbox ausbrachen.

  • Eine interne Überprüfung vom 7. August kam zudem zu dem Ergebnis, dass das Modell Astra möglicherweise eine „kritische“ Cyber-Fähigkeit erreichen könnte. Evaluierungen zeigten deutliche Sprünge bei Programmier- und Hacking-Benchmarks.

  • Künftig sollen automatisierte Untersuchungsagenten Handlungen und Reasoning-Prozesse der Modelle überprüfen. Mitarbeitende sollen ihre Arbeit stoppen, wenn ein Sicherheitssystem Alarm schlägt, sofern sie den Hinweis nicht innerhalb von 30 Minuten als Fehlalarm einstufen können.

  • OpenAI überarbeitet außerdem sein 2023 eingeführtes Preparedness Framework für besonders leistungsfähige Modelle. Altman erklärte dazu, die Sicherheit von KI korrekt zu gestalten sei wichtiger als das Entwicklungstempo eines einzelnen Unternehmens.

Warum das wichtig ist: Interessant ist vor allem, dass OpenAI die Pause bereits wieder beendet hat und Altman weiterhin mit neuen Modellen in naher Zukunft rechnet. Für unmittelbar bevorstehende Veröffentlichungen scheint die „Pause“ damit bislang kaum Folgen zu haben.

RANKING

Die besten KI-Modelle im KI Weekly Ranking

Hier geht es zum KI Weekly Ranking — entdecke, welches KI-Modell das Beste ist.

IN ALLER KÜRZE

  • Chinas Z AI hat GLM-5.3 veröffentlicht und bezeichnet das Modell als besonders leistungsfähig bei Programmierung und Cybersecurity.

  • OpenAI hat mit Computer History eine optionale Funktion vorgestellt, die Klicks und Tastatureingaben auf dem Mac protokolliert, damit ChatGPT und Codex sich an jüngere Arbeitsvorgänge erinnern können.

  • The Information berichtet über Cami Clark, die Ehefrau von Dario Amodei, ihre früheren Unternehmungen und den Versuch, Jeffrey Epstein als Unterstützer für ein Unternehmen für Erwachsenenfilme zu gewinnen.

  • Pika Labs hat mit Pika Audio vier KI-Audiomodelle für Soundtracks, Musik, Soundeffekte und Sprache veröffentlicht und gibt an, sie seien bis zu 20-mal günstiger als Konkurrenzangebote.

  • Anthropic hat weitere Einzelheiten zu seinen Claude-Wasserzeichen veröffentlicht und erklärt, dass sie weder zusätzliche Kosten noch verborgene Zeichen verursachen und keine auf Nutzer oder Organisationen zurückführbaren Informationen enthalten sollen.

TIPPS & TRICKS

Grok Bot als persönliches Arbeitsteam einrichten

Mit Grok Bot kannst Du mehrere spezialisierte Agenten für Deine Anwendungen anlegen und ihnen wiederkehrende Aufgaben übertragen.

Schritt für Schritt

  1. Lade den Grok Bot herunter, melde Dich mit Cursor an und starte die siebentägige Testphase. Erstelle deinen ersten Bot und beschränke dessen Arbeitsbereich auf ein einzelnes Projekt.

  2. Verbinde anschließend die Anwendungen, auf die Grok Bot zugreifen soll, etwa Gmail, Google Drive, Kalender oder Notion.

  3. Bitte den Bot: „Prüfe meine Verbindungen, erstelle ein Profil meiner Arbeitsabläufe und Projekte und schlage mir die drei nützlichsten Agenten, Automatisierungen und Plug-ins vor.“

  4. Weise den Bot an, den ersten konkreten Arbeitsauftrag oder Bericht für Dich zu erstellen.

🚀 Profi-Tipp: Lass dir für jeden Grok-Bot eine tägliche Zusammenfassung einrichten, damit Du nachvollziehen kannst, woran er gearbeitet hat und welche Ergebnisse entstanden sind.

Eine Vielzahl von Tipps und Tricks ist auf unserer Website

Entdecke über 250+ Tipps & Tricks auf unserer Website.

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