👨🏻⚖️ Die VAE bringen KI in den Gerichtssaal
PLUS: 4 weitere Stories, Tipps & Tricks sowie KI-Ranking

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IN DIESER AUSGABE
KI-TOOLS DER WOCHE
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🎶 Lyria 3.5 — Googles neues Musikmodell mit realistischeren Gesangsstimmen
🔒 MAI-Cyber-1-Flash — Microsofts KI für Cybersicherheit zum Schutz von Codebasen
💻 Personal Computer — Perplexitys lokales Agenten-System, jetzt auch auf Windows
🧠 Opus 5 — Anthropics Flaggschiff-Modell, das mit Fable 5 mithalten kann
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Zuckerberg verspricht Superintelligenz für alle

Bildquelle: WSJ / David Gothard
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat in einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal seine Vision einer breit zugänglichen Superintelligenz skizziert. Die größte Gefahr sieht er nicht in der Technologie selbst, sondern darin, dass wenige Unternehmen oder staatliche Institutionen dauerhaft über ihren Zugang bestimmen.
Zuckerberg behandelt Superintelligenz als eine zwangsläufige Entwicklung der kommenden Jahre und stellt die Frage in den Mittelpunkt, ob sie hinter dem Schlüssel weniger Labore bleibt oder allgemein verfügbar wird.
Er kritisiert die widersprüchliche Haltung jener KI-Unternehmen, die vor dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze warnen, ihre Modelle aber dennoch mit hohem Tempo weiterentwickeln. Eine vermeintliche Sicherheit durch extreme Machtkonzentration hält er für das größere Risiko.
Bei breitem Zugang erwartet Zuckerberg langfristig mehr und nicht weniger Beschäftigung, weil KI die Kosten für Unternehmensgründungen senken und kleineren Teams Tätigkeiten ermöglichen könnte, für die heute große Organisationen nötig sind.
Als wichtigsten Beitrag der Technologie nennt er „Erfindung statt Automatisierung“. Meta richte seine Strategie daher an individueller Selbstbestimmung und einer möglichst breiten Verteilung technologischer Macht aus.
xAI fordert nun eine einstweilige Verfügung, die Li daran hindern soll, bei OpenAI oder anderen Konkurrenten zu arbeiten, solange das Verfahren läuft. Zudem verlangt das Unternehmen Schadenersatz.
Warum das wichtig ist: Zuckerbergs Plädoyer für offenen Zugang ist überzeugend, bleibt aber strategisch geschickt vage. Metas eigentlicher Vorteil liegt weniger in frei verfügbaren Modellen als in der Kontrolle über WhatsApp, Instagram und Facebook, über die das Unternehmen persönliche KI direkt an Milliarden Menschen verteilen kann. Die Macht würde damit breiter zwischen Nutzern verteilt, aber weiterhin über Metas Plattformen vermittelt. Der Gegenentwurf zu einigen wenigen KI-Laboren könnte am Ende deshalb vor allem ein besonders großer Verteiler sein.
OpenAI drückt den Preis für KI-Intelligenz

Bildquelle: OpenAI
OpenAI senkt die Preise seiner GPT-5.6-Familie deutlich. Besonders drastisch fällt der Schritt bei Luna aus: Das ohnehin günstigste Modell kostet nun 80 Prozent weniger und setzt damit einen neuen Maßstab beim Verhältnis von Leistung und Kosten.
GPT-5.6 Sol hat laut OpenAI Teile des eigenen GPU-Codes optimiert, wodurch die Modelle rund 15 Prozent effizienter arbeiten und die laufenden Bereitstellungskosten um 20 Prozent gesunken sind.
Luna kostet in der API nun 0,20 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 1,20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens, während Terra auf 2 beziehungsweise 12 US-Dollar sinkt.
Der Preis von Sol bleibt unverändert, doch ein neuer Fast-Modus liefert Antworten bis zu 2,5-mal schneller und kostet dafür doppelt so viel.
Sam Altman erklärte, OpenAI wolle auf jeder Leistungsstufe das beste Verhältnis zwischen Preis und Intelligenz anbieten. Der Preisdruck kommt dabei zunehmend von leistungsfähigen chinesischen und offen verfügbaren Modellen.
Warum das wichtig ist: Google zielte mit seinen neuen Gemini-Flash-Modellen ebenfalls auf günstige Massenanwendungen, doch OpenAI verschiebt die Preisgrenze nun bei deutlich anspruchsvolleren Aufgaben. Entscheidend ist weniger, dass einzelne Anfragen billiger werden, sondern dass sich damit ganze Prozesse wirtschaftlich automatisieren lassen, die bisher zu teuer waren.
Die VAE bringen KI in den Gerichtssaal
Bildquelle: Saj Shafique
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ab September eine KI-Plattform schrittweise in den gesamten gerichtlichen Arbeitsablauf integrieren. Die Behörden bezeichnen das System als weltweit erste vollständig integrierte Justizplattform dieser Art, wobei diese Einordnung bislang vor allem auf Angaben der Emirate selbst beruht.
Die Plattform soll Akten analysieren, Gesetze und frühere Entscheidungen finden, juristische Dokumente vorbereiten und Richter bei der rechtlichen Bewertung unterstützen.
Sämtliche Ergebnisse sollen von Menschen geprüft und bestätigt werden, während die endgültige Entscheidung ausschließlich bei den zuständigen Richtern bleibt.
Die erste Phase startet voraussichtlich im September, anschließend soll das System über 18 Monate hinweg von der Einreichung einer Klage bis zum abschließenden Urteil ausgebaut werden.
Das Projekt gilt zunächst für das Justizsystem von Abu Dhabi und nicht automatisch für sämtliche Gerichte der Vereinigten Arabischen Emirate, die neben Bundesgerichten auch eigenständige lokale Gerichtssysteme besitzen.
Warum das wichtig ist: Akten zu durchsuchen oder Dokumente vorzubereiten, ist ein naheliegender Einsatz von KI. Schwieriger wird es, sobald das System rechtliche Analysen liefert, die den Blick eines Richters auf einen Fall vorprägen können. Menschliche Kontrolle allein löst dieses Problem nicht, wenn Quellen, Gewichtungen und mögliche Fehler der KI nicht nachvollziehbar sind. Abu Dhabi testet damit weniger einen digitalen Richter als eine neue Form institutioneller Einflussnahme durch Software.
Moonshot AI veröffentlicht die Gewichte von Kimi K3

Bildquelle: Moonshot AI
Das chinesische KI-Startup Moonshot AI hat die Modellgewichte und den technischen Bericht seines Modells Kimi K3 veröffentlicht. Damit kann das System mit seinen 2,8 Billionen Parametern erstmals von jedem heruntergeladen und betrieben werden, sofern ausreichend leistungsstarke Hardware vorhanden ist. Es handelt sich um das größte Modell, das bislang mit offenen Gewichten veröffentlicht wurde.
Kimi K3 wurde bereits Anfang des Monats vorgestellt und sorgte für Aufmerksamkeit, nachdem das Modell in verschiedenen Benchmarks mit Claude Fable 5 und GPT-5.6 Sol konkurrieren konnte.
Offene Gewichte bedeuten allerdings nicht, dass das Modell kostenlos oder einfach lokal betrieben werden kann, denn K3 benötigt deutlich leistungsfähigere GPUs als die Hardware, die die meisten Privatanwender besitzen.
Moonshot hat außerdem zentrale Bestandteile seiner Infrastruktur, darunter die sogenannten Attention-Kernels und Teile seines Agenten-Systems, unter einer Lizenz veröffentlicht, die auch kommerzielle Anwendungen erlaubt.
US-Behörden werfen Moonshot vor, für die Entwicklung von K3 Ausgaben amerikanischer Modelle kopiert und damit bestehende Systeme destilliert zu haben. Peking wies die Vorwürfe als „typische Akte der KI-Hegemonie“ zurück.
Warum das wichtig ist: Kimi K3 beweist, dass die Front nicht nur zwischen offenen und geschlossenen Modellen verläuft, sondern auch zwischen offenen Gewichten und geschlossener Infrastruktur. Zwar können nur wenige Unternehmen ein Modell dieser Größe selbst betreiben, doch die Veröffentlichung verschiebt die Verhandlungsmacht weg von einzelnen Anbietern hin zu Cloud-Plattformen und Hosting-Diensten. Gleichzeitig wächst in Washington die Sorge, dass sich offene chinesische Modelle kaum noch kontrollieren lassen, sobald sie einmal weltweit verfügbar sind.
US-Tech-Konzerne streiten über offene KI-Modelle

Bildquelle: Jensen Huang / X
Nvidia, Microsoft, Meta und zahlreiche weitere Unternehmen haben die US-Regierung in einem offenen Brief aufgefordert, Modelle mit frei verfügbaren Gewichten nicht vorschnell einzuschränken.
Nvidia-Chef Jensen Huang veröffentlichte den Brief zunächst mit 25 Unterzeichnern, darunter Microsoft, Meta und Palantir. Innerhalb eines Tages schlossen sich unter anderem OpenAI, Google, AMD und Cisco an.
Anthropic blieb dem Bündnis fern und löste damit eine Grundsatzdebatte darüber aus, ob offene KI vor allem Wettbewerb schafft oder neue Sicherheitsrisiken verbreitet.
Die Unterzeichner argumentieren, dass offene Gewichte den Zugang zu KI verbreitern, den Wettbewerb erhalten und Unternehmen davor schützen, dauerhaft von einzelnen Modellanbietern abhängig zu werden.
Der Brief warnt zudem davor, Modelldestillation pauschal mit Diebstahl gleichzusetzen. Bei der Destillation wird ein kleineres Modell mithilfe der Antworten eines leistungsfähigeren Systems trainiert, wobei die Methode legitim oder missbräuchlich eingesetzt werden kann.
Anthropic-CEO Amodei stimmt weiten Teilen des Briefes zu, widerspricht aber der Behauptung, offene Gewichte würden automatisch die Cybersicherheit stärken. Nach seiner Einschätzung können sie Angreifern in sensiblen Bereichen mindestens ebenso stark helfen wie Verteidigern.
Warum das wichtig ist: Klar ist, dass offene Gewichte bei sehr leistungsfähigen Modellen echte Risiken schaffen, weil sich Schutzmechanismen nach der Veröffentlichung kaum noch durchsetzen lassen. Ein pauschales Verbot wäre trotzdem der falsche Ansatz: Es würde vor allem die geschlossenen US-Anbieter schützen. Sinnvoller ist Amodeis Vorschlag, gezielt bei Chips, unerlaubter Destillation und nachweislich gefährlichen Fähigkeiten anzusetzen. Der Verdacht bleibt dennoch, dass Anthropic eine sicherheitspolitisch plausible Position vertritt, die zugleich dem eigenen Geschäftsmodell nützt.
RANKING
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IN ALLER KÜRZE
Nvidia verhandelt laut Wall Street Journal über eine Finanzierungsgarantie von rund 250 Milliarden Dollar, mit der OpenAI den geplanten 10-Gigawatt-Campus in Ohio anmieten könnte.
Anthropic sorgt für Datenschutz-Wirbel: Öffentlich geteilte Claude-Chats und Artifacts tauchten in Suchmaschinen auf. Es handelte sich jedoch nicht um ein Datenleck, sondern von Nutzern selbst geteilte Links, die von Suchmaschinen erfasst wurden.
Moonshot AI sammelt nach dem Kimi-K3-Erfolg 3,5 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 35 Milliarden ein und damit deutlich mehr als geplant.
SpaceXAI veröffentlicht Grok Voice Think Fast 2.0, ein Sprachmodell, das während des Sprechens weiterdenkt und so komplexe Anliegen ohne Gesprächspausen abarbeitet.
Safe Superintelligence, das Labor von OpenAI-Mitgründer Ilya Sutskever, holt Nvidia als strategischen Partner an Bord: Die Beteiligung liegt Insidern zufolge bei rund 5 Milliarden Dollar und soll die Rechenkapazität des Startups binnen zwölf Monaten verzehnfachen.
TIPPS & TRICKS
Bring Claude deine Arbeit bei
Statt Claude eine wiederkehrende Aufgabe immer wieder neu zu erklären, machst du sie einmal vor: Du nimmst deinen Bildschirm auf, sprichst dabei mit, und Claude verwandelt den Ablauf in einen wiederverwendbaren Skill.
Schritt für Schritt
Aufgabe auswählen und Bildschirm vorbereiten
Wähle eine Aufgabe, die regelmäßig anfällt und klaren Regeln folgt, etwa eine Tabelle nach festem Schema aufbereiten. Räume vorher auf: Schließe Fenster mit Passwörtern, privaten Mails oder Kundendaten, die nicht in die Aufnahme gehören.
Aufnahme starten
Öffne in der Desktop-App den Cowork-Bereich, klicke auf das Plus-Symbol und wähle „Record a skill". Beim ersten Mal fragt dein System nach Bildschirm- und Mikrofonfreigabe.
Vormachen und laut mitdenken
Führe die Aufgabe ganz normal aus und kommentiere dabei, was du tust und warum. Entscheidend sind die Regeln und Ausnahmen, die man auf dem Bildschirm nicht sieht.
Speichern und auf neuem Beispiel testen
Beende die Aufnahme und lass Claude den Skill erstellen. Teste ihn danach unbedingt mit anderen Eingaben als in der Vorführung. Erst dann weißt du, ob Claude die Regel gelernt hat und nicht nur den Einzelfall nachspielt. Was hakt, besserst du (oder Claude) direkt in der Skill-Beschreibung nach.
🚀 Profi-Tipp: Hänge den fertigen Skill an eine wiederkehrende Routine, damit Claude den Ablauf automatisch täglich oder wöchentlich ausführt.
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