Zurück zur Übersicht
Die Schwachstellen ermöglichen laut Unternehmen eine lokale Rechteausweitung, aber keinen direkten Fernzugriff.
OpenAI hat am 4. November 2026 die Ergebnisse eines KI-gestützten Sicherheitstests des Linux-Kernels veröffentlicht. Das Unternehmen meldet 948 unterschiedliche Schwachstellen, für die sein System funktionierende Angriffsprogramme nachgewiesen habe. Die Lücken ermöglichen demnach eine lokale Rechteausweitung: Wer bereits eingeschränkten Zugriff hat, kann volle Administratorrechte erlangen. Das System erstellte auch Korrekturvorschläge, die vor der Meldung an die Linux-Verantwortlichen von Sicherheitsforschern geprüft wurden.
Der Linux-Kernel ist der zentrale Teil des Betriebssystems. Die KI-Agenten analysierten Mitte Oktober laut OpenAI den damaligen Entwicklungsstand und meldeten zunächst 2.308 potenzielle Schwachstellen. Das System reproduzierte davon 1.724 in isolierten Testumgebungen. Die Zahl der unterschiedlichen Lücken ergab sich, nachdem OpenAI Varianten der zunächst 1.169 funktionierenden Angriffsprogramme zusammengefasst hatte.
Für weitere 43 der untersuchten Lücken lagen nach Angaben des Unternehmens vorbereitete Korrekturen vor, 299 waren gemeldet oder öffentlich diskutiert. Die bereits vorhandenen Korrekturen stammten von anderen Beteiligten. OpenAI will mit Partnern der Initiative „Patch the Planet“ weitere Vorschläge schrittweise übermitteln. Einen Abschlusstermin nennt das Unternehmen nicht.
Bei einem früheren Test Ende Juli hatte das Modell GPT-5.6 Sol laut OpenAI 166 unterschiedliche Lücken nachgewiesen. Ein direkter Rückschluss auf die Verbesserung des Modells ist nicht möglich, weil sich sowohl die Modelle als auch die untersuchten Kernel-Stände unterschieden. Bei einem frühen Versuch stellte OpenAI zudem fest, dass 20 von 200 vermeintlich erfolgreichen Angriffen einen anderen als den zugewiesenen Angriffsweg nutzten. Daraufhin ergänzte das Unternehmen eine unabhängige Prüfung des jeweiligen Angriffswegs.
Der Linux-Kernel kommt unter anderem in Android-Geräten, Cloud-Infrastruktur und Supercomputern zum Einsatz. Ob eine konkrete Installation betroffen ist, hängt unter anderem von der Kernel-Version, der Konfiguration und den vorhandenen Zugriffsrechten ab. Die gemeldete Zahl steht weder für 948 neue CVE-Kennungen noch für bereits installierte Korrekturen.

Die wichtigsten KI-News der Woche, kurz eingeordnet. Schon über 4.500 Leser sind dabei.
Es gilt unsere Datenschutzerklärung.
Der Kommentarbereich wird geladen, sobald du ihn erreichst.
Weiterlesen