🔌 Anthropic und SpaceX schließen ungewöhnlichen Deal
PLUS: 4 weitere Stories, wöchentliche Shorts & Tipps sowie KI-Ranking

Guten Morgen 🌞
Eine Woche ist vergangen, und KI WEEKLY hält Dich auf dem neuesten Stand der KI-Welt.
In dieser Ausgabe
KI-Tools der Woche
🗣️ Custom Voices - Stimmen mit kurzen Clips für die Verwendung in Grok-Anwendungen klonen
🎙️ Wispr Flow* - Gratis KI-Diktierwerkzeug für schnelles Schreiben per Sprache in allen Apps (Mobil + Desktop).
🎶 ElevenMusic - Plattform für KI-basierte Songerstellung
⚡️ GPT 5.5 Instant - das neue Standardmodell von OpenAI für ChatGPT
🖼️ Uni 1.1 - Lumas neue KI zur Bildgenerierung und -bearbeitung
🎧 Realtime TTS-2 - Neue Sprach-KI, die zuhört, um sich dem Tonfall und den Emotionen des Nutzers anzupassen
#Bonus: 📒 Notion - Jetzt mit der zweiten Generation von Notion AI: Dein smarter Partner für alles. 30 Tage kostenlos testen mit KI Weekly*
01
KI schlägt Ärzte in Harvard-Studie zur Notaufnahme

Bildquelle: Martha Dominguez de Gouveia
Eine in Science veröffentlichte neue Studie der Harvard University hat das OpenAI-Modell o1-preview (veröffentlicht im Jahr 2024) anhand von 76 realen Fällen aus der Notaufnahme getestet. Das Ergebnis: Die KI stellte Diagnosen präziser als zwei erfahrene Ärzte, obwohl sie ausschließlich mit rohen Textdaten aus elektronischen Patientenakten arbeitete.
Die Details:
Die Studie verglich das Modell o1-preview mit zwei behandelnden Ärzten über 76 reale Notaufnahmefälle hinweg und analysierte drei Phasen klinischer Entscheidungsfindung.
Bereits bei der ersten Einschätzung in der Notaufnahme lag die Trefferquote des Modells bei 67,1 Prozent, während die beiden Ärzte auf 55,3 Prozent und 50,0 Prozent kamen.
Zwei unabhängige ärztliche Gutachter konnten bei der Bewertung nicht unterscheiden, ob eine Diagnose von der KI oder von einem Menschen stammte.
In einem Fall identifizierte die KI eine seltene, lebensbedrohliche Weichteilinfektion bei einem Transplantationspatienten rund 12 bis 24 Stunden früher als der behandelnde Arzt.
Warum das wichtig ist: Millionen Menschen nutzen KI bereits täglich für Gesundheitsfragen, meist aus Patientensicht und oft ohne ärztliche Einordnung. Diese Studie zeigt, dass der Nutzen auch in die andere Richtung gehen kann, hinein in den klinischen Alltag selbst. Wenn ein Modell aus einer früheren Generation in realen Notaufnahmefällen bereits besser abschneidet als erfahrene Ärzte, wird die spannendere Frage nicht sein, ob KI Medizin verändert, sondern wie kontrolliert, nachvollziehbar und verantwortungsvoll sie in die Versorgung eingebaut wird.
02
Thiel-finanziertes Start-up verlagert KI-Rechenzentren ins Meer

Bildquelle: Panthalassa
Der PayPal- und Palantir-Gründer Peter Thiel hat eine Series-B-Finanzierung über 140 Millionen Dollar für das US-Start-up Panthalassa angeführt. Das Unternehmen entwickelt schwimmende Rechenzentren, die ihre Energie aus Wellenbewegungen gewinnen und wird dabei mit rund einer Milliarde Dollar bewertet.
Die Details:
Jeder rund 85 Meter lange Stahlkörper treibt im offenen Ozean und wandelt die Bewegung der Wellen in Strom für integrierte KI-Chips um, die gleichzeitig durch Meerwasser gekühlt werden.
Nach dem Aussetzen können sich die Einheiten allein durch ihre Rumpfform ohne Motoren in entlegene Gewässer bewegen und ihre Rechenergebnisse über das Starlink-Satellitennetz von SpaceX zurück zur Erde senden.
Mit dem frischen Kapital soll eine Pilotfabrik fertiggestellt und die ersten wellenbetriebenen Recheneinheiten im Pazifik installiert werden, ein kommerzieller Einsatz ist für 2027 geplant.
Thiel erklärte gegenüber der Financial Times, dass außerirdische Lösungen für Rechenkapazitäten keine Science-Fiction mehr seien und Panthalassa den Ozean als neue Grenze erschlossen habe.
Warum das wichtig ist: Die Vision passt zu Peter Thiels bekanntem Muster, radikale technische Lösungen zu finanzieren, die bestehende Regulierungs- und Standortkonflikte umgehen, statt sie zu lösen. Panthalassa verspricht Energie aus Wellen, doch die physikalische Realität ist volatil, und der Betrieb leistungsstarker KI-Hardware bleibt energieintensiv, was die Effizienzgewinne relativieren könnte. Gleichzeitig werden mögliche ökologische Folgen im Ozean, etwa durch Wärmeabgabe, Lärm oder Eingriffe in sensible Meeresräume, bislang nur am Rand adressiert, während klare regulatorische Rahmen auf hoher See oft fehlen.
03
Anthropic und SpaceX schließen ungewöhnlichen Compute-Deal

Bildquelle: Sven Piper
Anthropic hat einen Vertrag mit SpaceX geschlossen und mietet künftig den riesigen KI-Supercomputer Colossus 1. Damit landen Claude und Elon Musks KI-Infrastruktur plötzlich auf derselben Seite, nur wenige Monate nachdem Musk Anthropic noch als „Misanthropic“ bezeichnet und dem Unternehmen vorgeworfen hatte, die westliche Zivilisation zu hassen.
Die Details:
Anthropic mietet die gesamte Kapazität von Colossus 1, einem Supercluster im US-Bundesstaat Memphis mit mehr als 300 Megawatt Leistung und über 220.000 Nvidia-GPUs, die innerhalb eines Monats verfügbar sein sollen.
Anthropic erklärte, dass sich die 5-Stunden-Nutzungslimits von Claude Code in den bezahlten Tarifen verdoppeln, auch die API-Limits steigen und Einschränkungen zu Spitzenzeiten wegfallen.
Musk schrieb auf X, SpaceX werde Rechenleistung an KI-Unternehmen vermieten, die die richtigen Schritte unternehmen, damit KI der Menschheit nützt.
The Information berichtete zudem, dass Anthropic über die nächsten fünf Jahre einen Compute-Deal mit Google Cloud über 200 Milliarden Dollar und 5 Gigawatt Leistung eingeht.
Warum das wichtig ist: Der Deal ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Musk hier einem direkten OpenAI-Rivalen hilft, obwohl er Anthropic öffentlich scharf angegriffen hat und mit Grok selbst im Rennen um die besten KI-Modelle steht. Dahinter steckt weniger plötzliche Harmonie als harte Infrastrukturpolitik: Wer Rechenleistung kontrolliert, kontrolliert Tempo, Preise und Produktqualität. Für Anthropic stopft Colossus 1 eine akute Kapazitätslücke, für SpaceXAI (jetzt wohl der neue Name) wird Compute zum Geschäft mit Konkurrenten, während Grok weiter an die Spitze gedrückt werden soll. Gleichzeitig zeigt der gemeldete Google-Deal über 200 Milliarden Dollar, wie absurd kapitalintensiv diese KI-Runde geworden ist: Die eigentliche Engstelle ist nicht mehr nur Forschung, sondern Strom, Chips, Kühlung, Standorte und politischer Widerstand gegen immer größere Rechenzentren.
04
OpenAI bringt Reasoning in den Sprachmodus

Bildquelle: OpenAI
OpenAI hat mit GPT-Realtime-2, GPT-Realtime-Translate und GPT-Realtime-Whisper drei neue API-Modelle für Sprache vorgestellt. Sie sollen KI-Sprachagenten natürlicher machen, stärkeres Reasoning ermöglichen, Live-Übersetzung und Transkription verbessern und komplexere Abläufe per Stimme steuern.
Die Details:
GPT-Realtime-2 bringt Reasoning auf GPT-5-Niveau in Live-Gespräche, kann mehrere Tools parallel nutzen, während des Denkens weiter sprechen und Tonfall sowie Sprechweise realistischer steuern.
Im Big-Bench-Audio-Test erreichte Realtime-2 96,6 Prozent gegenüber 81,4 Prozent beim Vorgänger, ein Sprung um gut 15 Punkte bei der Fähigkeit, gesprochene Informationen in Echtzeit zu verstehen und logisch zu verarbeiten.
OpenAI hat außerdem ein Live-Übersetzungsmodell für mehr als 70 Eingabesprachen sowie GPT-Realtime-Whisper für laufende Transkription während des Sprechens veröffentlicht.
Zillow, Priceline und die Deutsche Telekom arbeiten laut OpenAI bereits mit den Modellen, unter anderem für Immobilien-Agenten, sprachgesteuerte Reiseplanung und Kundensupport.
Warum das wichtig ist: Die erste Phase von KI-Stimme war bisher oft nur ein besseres Walkie-Talkie: sprechen, warten, Antwort bekommen. Mit Modellen wie GPT-Realtime-2 rückt Sprache näher an echte Bedienung heran, weil Systeme zuhören, nachdenken, Tools nutzen und Aufgaben erledigen können, ohne den Gesprächsfluss ständig zu zerlegen. Das ist für Support, Reisen, Immobilien oder interne Firmenprozesse deutlich relevanter als noch ein weiterer Text-Chatbot. Die Branche starrt weiter stark auf Text-Agenten, aber der nächste große Nutzungssprung dürfte dort entstehen, wo Menschen nicht tippen wollen oder können.
05
Google macht Gesundheit zur KI-Plattform

Bildquelle: Google
Google hat seinen KI-Gesundheitscoach nach mehreren Monaten Beta-Test öffentlich freigeschaltet. Gleichzeitig integriert der Konzern die Fitbit-App in eine neue Plattform namens Google Health und koppelt sie mit einem neuen Fitness-Tracker für 99 Euro, der Körperdaten direkt an die KI übermittelt.
Die Details:
Der KI-Coach, der auf Gemini basiert, erstellt personalisierte Trainingspläne, analysiert hochgeladene medizinische Unterlagen und kann anhand eines Fotos erkennen, welche Nahrungsmittel gegessen wurden, und die Nährwerte erfassen.
Google führt Fitbit, Health Connect, Apple Health, Daten aus Wearables und medizinische US-Gesundheitsakten in einer zentralen Google-Health-Plattform zusammen.
Das neue Fitbit Air Armband verzichtet vollständig auf ein Display, wiegt nur 12 Gramm und misst unter anderem Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur, die kontinuierlich an den KI-Coach weitergegeben werden.
Auch Nutzer von Apple Watch, Garmin und Oura sollen später in diesem Jahr Zugriff auf den KI-Coach erhalten, womit Google die Plattform bewusst über das eigene Hardware-Ökosystem hinaus öffnet.
Warum das wichtig ist: Google verschiebt den Fokus von einzelnen Fitnessgeräten zur eigentlichen Daten- und KI-Ebene dahinter. Spannend ist nicht das neue Armband, sondern die Zusammenführung von Gesundheitsakten, Sensordaten, Ernährung und Alltagsverhalten in einem zentralen System, das daraus Empfehlungen ableitet. Genau dort entstehen allerdings auch Fragen zu Datenschutz, Abhängigkeit und Machtkonzentration, denn Gesundheitsdaten gehören zu den wertvollsten und sensibelsten Daten überhaupt.
In aller Kürze
OpenAI rollt GPT-5.5-Instant für alle ChatGPT-Nutzer aus mit verbesserter Leistung, stärkerem Gedächtnis und persönlicheren, knapperen Antworten.
Anthropic verpflichtet sich laut Berichten zu Cloud- und Chip-Ausgaben von 200 Milliarden Dollar bei Google über die nächsten fünf Jahre und steht damit für über 40 Prozent von Googles Auftragsbestand.
Apple zahlt US-iPhone-Käufern insgesamt 250 Millionen Dollar zur Beilegung einer Sammelklage wegen irreführender Aussagen zur neuen KI-Siri, räumt dabei aber kein Fehlverhalten ein.
DeepSeek steht offenbar kurz vor einer neuen Finanzierungsrunde, die das chinesische KI-Startup mit bis zu 45 Milliarden Dollar bewerten würde.
Anthropic verhandelt Berichten zufolge mit dem Londoner Startup Fractile über den Kauf von Chips, die KI-Modelle effizienter betreiben sollen.
Tipps & Tricks
Notion-Agenten autonomer machen

In der Standardkonfiguration werden Notion-Agenten nur aktiv, wenn du sie direkt ansprichst. Mit einem Workflow lassen sie sich aber nach festem Zeitplan automatisch starten, perfekt für tägliche Briefings, wiederkehrende Auswertungen oder Routineaufgaben. Voraussetzung ist ein Notion-Workspace mit aktivierter Agenten-Funktion (kostenpflichtiger Plan).
Schritt für Schritt
Agent und Datenbank anlegen: Lege über die Seitenleiste unter „Agents" einen neuen Notion-Agenten an. Erstelle anschließend eine Datenbank, in der die Aufgaben und Ergebnisberichte landen in unserem Beispiel heißt sie schlicht „Reports".
Vorlage mit @Today einrichten: Klicke auf das „New"-Dropdown, öffne „Templates" und lege eine neue Vorlage an (bei uns: „Tägliche Zusammenfassung"). Setze im Datumsfeld den Platzhalter @Today damit übernehmen alle Duplikate automatisch das aktuelle Datum.
Aufgaben definieren und Agent erwähnen: Pflege die Eigenschaften der Vorlage und schreibe die Anweisungen für den Agenten direkt in den Seiteninhalt. Erwähne den Agenten per @-Mention, damit jedes Duplikat ihn auslöst.
Zeitplan festlegen: Klicke in der Vorlage auf „New template" → „Duplicate" und wähle einen Rhythmus. Wir lassen unsere Vorlage täglich um 7 Uhr morgens laufen. Ein kleines blaues Symbol neben der Vorlage zeigt dir, dass die Automatisierung aktiv ist.
🚀 Profi-Tipp: Setze auf einen einzigen Planungs-Agenten und steuere darüber tägliche Zusammenfassungen, wöchentliche Berichte und E-Mail-Automatisierungen. So sparst du dir mehrere parallele Setups und behältst alle Routinen an einem Ort.
KI-Events
12.05.2026 - tradeoff summit26 | Heidelberg
18.05 - 22.05.2026 - Deep Tech Week 2026 | Belrin
20.05 - 21.05.2026 - Deep Tech & AI Innovation Marketplace | Berlin
28.05.2026 - Applied AI Conf | Berlin
02.06 - 03.06.2026 - Europes #1 AI Summit | Berlin
30.06 - 01.07.2026 - GITEX AI | Berlin
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