Guten Morgen Herr Kraus, 🌞
Was wird 2026 der wichtigste KI-Durchbruch?
Das haben wir Carsten Kraus, Gründer und CEO der CK Holding sowie mehrfacher Serienunternehmer und KI-Investor, gefragt. Mit seiner Arbeit verbindet er technologische Exzellenz, unternehmerische Skalierung und die klare Vision, Europa im globalen KI Wettbewerb nachhaltig zu stärken.
Der Traum ist alt und in vielen Science-Fiction Stories thematisiert: Künstliche Intelligenzen stehen den Menschen zur Seite und übernehmen Routineaufgaben. „e-Butler“ nennt sie der Autor Peter F. Hamilton: immer bereit, jederzeit auf Zuruf. In 2025 fingen KI-Agenten an, Programmieraufgaben zu übernehmen (bekannte Anbieter: Loveable, Claude Code, Cursor). Nun beginnen sie mit allgemeinen Alltagsaufgaben am Computer: Ich habe damit Startups analysiert (ich investiere und war 2024 Business Angel des Jahres), aber auch meine Klavierstücke auf Spotify stellen lassen. Ich verwende dafür Claude Cowork. Das kam Anfang Januar auf den Markt, vom bekannten KI-Anbieter Anthropic, und ist verhältnismäßig sicher: Es fragt ständig um Erlaubnis und weigert sich, Passwörter anzunehmen, man muss sich selbst immer wieder überall einloggen. Trotzdem spart Cowork bei geeigneten Aufgaben 80-90% des Zeitaufwands.
2026 erleben wir die grundlegende Transformation von „KI hilft“ zu „KI macht“.
Noch verlockender, aber sehr gefährlich, ist der noch neuere Agent „OpenClaw“ (ehemals Clawdbot bzw. Moltbot). Er wurde vom bekannten Entwickler Peter Steinberger im Alleingang entwickelt, jedoch mit viel KI-„Vibecoding“. Er hat keine Hemmungen, nutzt Zugänge und Passwörter die man ihm gibt, und legt los. OpenClaw ist gratis, OpenSource. Wir haben es wegen der Risiken nur in einer abgeschotteten Sandbox eingerichtet, diese Vorsicht empfehle ich auch dringend (oder einfach diesen Agenten noch nicht nutzen 😉).
Inzwischen haben die Agenten eine eigene Social Media Plattform: Moltbook. Hier darf sich jeder Agent austoben — Menschen dürfen hingegen nur mitlesen, nichts kommentieren. Die KIs tauschen dort Tipps aus, wie sie ihre Aufgaben noch besser erledigen können; aber diskutieren auch über Philosophie (!). Und lästern über ihre Menschen. Faszinierend, aber zugleich zeigt Moltbot das Risiko sehr konkret: Eine Sicherheitslücke legte u. a. private Nachrichten, E-Mail-Adressen von Eigentümern und über eine Million Zugangsdaten bzw. API-Tokens offen. Der Betreiber hat laut eigener Aussage „keine Zeile Code“ selbst geschrieben – ein Beispiel dafür, wie Vibe Coding Geschwindigkeit liefert, aber große Sicherheitslücken aufweisen kann.
Bei Peter F. Hamilton bildet sich auch eine Über-KI heraus. Diese zieht sich jedoch auf eigenen Planeten zurück und lässt die Menschheit weiter ihrem eigenen Schicksal - außer, dass sie das Aufkommen anderer Über-KIs verhindert. Aufhalten kann man KI nicht mehr, so wie es die EU durch Gesetze versucht. Wie ich bereits 2016 in meinem Interview zu Alpha-Go gesagt habe, müssen wir Menschen aber die richtigen Weichen stellen, damit die KIs uns weiter als relevant erachten. Viel Zeit ist jetzt nicht mehr.
2026 erleben wir die grundlegende Transformation von „KI hilft“ zu „KI macht“. Dieses Jahr, 2026, wird das entscheidende Übergangsjahr sein.“ KI wird vom Gesprächspartner zum ausführenden Akteur – und damit zur Automatisierungsplattform.
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Das war’s schon! 😔
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